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Laufende Projekte

Exhaustivität von eingebetteten Fragen aus sprachvergleichender Perspektive

In der theoretischen Literatur findet sich eine andauernde Debatte über die Interpretation eingebetteter Fragen, wie z.B. „Frau Schmidt weiß, wer das Problem gelöst hat“. In einer stark exhaustiven Lesart deutet dieser Satz darauf hin, dass Frau Schmidt die gesamte Liste derjenigen Personen kennen muss, die das Problem gelöst haben und darüber hinaus wissen muss, dass diese Liste vollständig ist. Groenendijk und Stokhof (1984) behaupteten, dies sei die einzig verfügbare Lesart, während andere Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen (z.B. Guerzoni und Sharvit 2007, Uegaki 2015) die mögliche Existenz schwach oder intermediär exhaustiver Lesarten aufzeigen. In einer schwach exhaustiven Interpretation müsste Frau Schmidt nicht wissen, dass die Liste vollständig ist, sofern sie die komplette Liste kennt. Die theoretische Literatur legt einen starken Fokus auf die verschiedenen Möglichkeiten, wie die jeweiligen Lesarten, und nur die jeweiligen Lesarten abgeleitet werden können. Die wichtigste Forschungsfrage ist, ob die verschiedenen Lesarten semantischer Natur sind, oder ob sie aus pragmatischen Folgerungsprozessen hervorgehen, basierend auf verschiedenen Faktoren wie die Domäne der Quantifizierung, at-issueness, Nützlichkeit etc.

Die empirische Basis dieser theoretischen Diskussion ist jedoch weniger klar. Das Projekt hat das Ziel, diese Forschungslücke zu schließen, indem eine Reihe von Experimenten zu der Interpretation eingebetteter Fragen in einem breitem Spektrum nicht verwandter Sprachen durchgeführt werden. Die Fragen werden unter verschiedenen Verben eingebettet (z.B. „wissen“, „überraschen“, „voraussagen“, „erzählen“) und auf alle Lesartenkombinationen, die in der Literatur diskutiert werden, getestet.

Da die Exhaustivität eingebetteter Fragen von grundlegender Bedeutung ist für die theoretische Diskussion darüber, was Fragen sind (z.B. Partitionen oder Hamblin-Alternativen), sind die theoretischen Implikationen der erwarteten Ergebnisse des Projektes weitreichend. Sie betreffen alle Bereiche der Diskurssemantik und -pragmatik, die sich auf Fragen als semantische Objekte stützen, darunter die Projektion von Präsuppositionen, Exhaustifizierung, die Ableitung skalarer Implikaturen etc.

Laufzeit: 2017 bis Juni 2021

Projektleitung: Prof. Dr. Edgar Onea (Karl-Franzens-Universität Graz) & Prof. Dr. Malte Zimmermann (Universität Potsdam)

Projektmitarbeiter/Projektmitarbeiterinnen: Lea Fricke M.Ed. M.A.

Wien und Graz – Städte und ihre sprachlichen Strahlkräfte

Bei dem vom FWF finanzierten SFB "German in Austria (Deutsch in Österreich - DiÖ). Variation - Contact - Perception" handelt es sich um ein geisteswissenschaftliches Gemeinschaftsprojekt, bei dem erstmals gleich fünf Institute österreichweit gemeinsam an der Erforschung und Dokumentation des Deutschen in Österreich ("DiÖ") beteiligt sind. Graz bildet dabei das Teilprojekt 04, "Vienna and Graz: Cities and their Influencial Force".

Der Fokus von PP04 richtet sich auf den Sprachgebrauch in den Städten Wien und Graz sowie auf jenen in umliegenden Gemeinden. Mit systematisch angelegten quantitativen sowie qualitativen Analysen werden Daten von Sprechern/Sprecherinnen unterschiedlicher Altersgruppen untersucht, um einen Einblick in die Vielschichtigkeit von Sprache im städtischen Raum zu erlangen und gleichzeitig Hinweise auf einen möglichen sprachlichen Einfluss auf Agglomerationsgebiete zu gewinnen. Als Datengrundlage für die angestrebten grammatischen und phonetischen/phonologischen Analysen werden Aufnahmen von Sprechern/Sprecherinnen unterschiedlichen Sprechsituationen herangezogen. Unter anderem sollen die folgenden variations- und soziolinguistischen Fragen beantwortet werden: Wie konstituiert sich der Sprachgebrauch in der Stadt und welche Unterschiede lassen sich zwischen Wien und Graz und den jeweiligen umliegenden Gemeinden feststellen? Welche Korrelationen mit außersprachlichen Faktoren können ermittelt werden? Inwieweit wirken sich unterschiedliche Sprechsituationen und -kontexte auf die individuelle Wahl von Varianten in urbanen Zentren aus? Lässt sich ein städtischer Einfluss auf umliegende Gemeinden auch sprachlich nachweisen oder verhält es sich sogar umgekehrt?

Nähere Informationen zum Gesamtprojekt: www.dioe.at

Projektleitung: Univ.-Prof. Dr. Arne Ziegler

Laufzeit: Jänner 2016 bis Dezember 2023

Projektmitarbeiter/Projektmitarbeiterinnen: Mag.phil. Bakk.phil. Stefanie Edler, Ann Kathrin Fischer BA BA MA, Lisa Handler BA, Mag.Kristina Lauren Herbert BA MA, Lisa Höllebauer, Teresa Monsberger BA, Georg Oberdorfer Bakk.phil. MA, Dragana Rakocevic MA, Gerrit Tscheru BA

Steirische Literaturpfade des Mittelalters

Lesezeichen im öffentlichen Raum als Netzwerk der Erinnerung

Dieses Projekt von Prof. Dr. Wernfried Hofmeister (gemeinsam mit PD. Dr. Andrea Hofmeister) vom Institut für Germanistik an der Karl-Franzens-Universität Graz möchte den Reichtum der mittelalterlichen steirischen Literatur einer breiteren Öffentlichkeit näher bringen, insbesondere aber den steirischen Schulen. Die Literaturpfade führen ihre Gäste zu acht Schauplätzen in der Steiermark, wo einst in Klöstern und Burgen mittelalterliche Texte verfasst oder überliefert wurden. Zum Themenspektrum zählen neben dem höfischen „Minnesang" die klösterliche „Heilsdichtung" und die „adelige Erzählkunst" ebenso wie das „religiöse Übersetzen"; eigene Stationen sind den bekannten steirischen Autoren Ulrich von Liechtenstein, Herrand von Wildon und Hugo Montfort gewidmet. Um diese Literatur zu neuem Leben zu erwecken, werden ihre vielfältigen Themen, Symbole, Ideen und Träume auf malerischen Spazierwegen vor der historischen Kulisse unserer Natur und Kulturlandschaft erzählt: Hier laden künstlerisch gestaltete ‚Lesezeichen‘ Jung und Alt zu einer ganz persönlichen Begegnung mit der stets neugierigen, keineswegs finsteren Welt des Mittelalters ein. Eine ausführliche Projektbeschreibung findet sich auf der Seite http://literaturpfade.uni-graz.at/; ein kurzes Video kann auf YouTube angesehen werden (abrufbar unter http://www.youtube.com/watch?v=SZGB81flafw).

Der Literaturpfadeverein entwickelte in Kooperation mit dem assoziierten Arbeitskoffer-Projekt auch die Ausstellung #dichterleben, die im Zeitraum vom 19.05.2016 bis 31.07.2018 im Steiermärkischen Landesarchiv zu sehen war. Ihre 5 Module wurden danach planmäßig migriert und sind nun in der Nähe der Literaturpfade bzw. in Verbindung zu ihnen untergebracht.

Projektleitung: Ao.Univ.-Prof. Dr.phil. Wernfried Hofmeister in Zusammenarbeit mit Priv.-Doz. Mag. Dr.phil. Andrea Hofmeister

Laufzeit: bis 2022

Projektmitarbeiter/Projektmitarbeiterinnen: Mag. Dr. Ylva Schwinghammer, Mag. Jürgen Ehrenmüller

Deutsche WortSchätze

Aufbauend auf einem im Jahr 2000 vom Land Steiermark geförderten und 2003 abgeschlossenen Teilprojekt zielt dieses sprachpädagogische Langzeitprojekt darauf ab, den Einfluss verschiedener historisch prägender Lebensbereiche auf die Metaphorik der deutschen Gegenwartssprache bewusst und umfassend nachvollziehbar zu machen. Die bisher mittels Datenbanken (meist im Rahmen von Abschlussarbeiten) erfassten Sprachbilder betreffen die Bildspendebereiche von Magie, Mathematik, Musik, Nahrung, Recht (Abschluss im Herbst 2020), Religion, Schrift, Spiel, Sport, Theater und Wehrkultur. Zum Aufgabenbereich des WortSchätze-Projekts zählt neben der forschungsbasierten Erschließung aller relevanten Belege ebenso die Vermittlung des damit verknüpften sprachkritischen Wissens an schulische Bildungseinrichtungen, aber auch an die breitere Öffentlichkeit. Seit 2007 wird der umsetzungsorientierte Teil des Projekts vom VR für Lehre finanziell unterstützt.

Projektleitung: ao. Univ.-Prof. Dr. Wernfried Hofmeister

Laufzeit: seit 2000 bis Ende September 2022

Projektmitarbeiter/Projektmitarbeiterinnen: WortSchätze-Team, bis Juli 2020 koordiniert von Gerlinde GANGL, ab dem Herbst 2020 von Ronja FISCHER

Variantengrammatik des Standarddeutschen

Trinationales Forschungsprojekt zur Variabilität im deutschen Gebrauchsstandard

Die grammatische Variation in der deutschen Standardsprache ist ein Gebiet innerhalb der linguistischen Forschung, das bisher kaum Beachtung gefunden hat. Während lexikalische Phänomene mit arealer Variabilität relativ häufig behandelt werden, stellt die Aufarbeitung grammatischer Varianten der morphologischen, morphosyntaktischen und syntaktischen Ebene ein Desideratum dar. - Das soll nun geändert werden! Erstmals wird ein Handbuch zur Verzeichnung grammatischer Varianten des deutschen Gebrauchsstandards erstellt, das sowohl für wissenschaftliche Zwecke als auch für interessierte Laien zugänglich sein soll. Dieses trinationale Vorhaben (D, A, CH) soll der Tendenz, sprachliche Variation als 'Fehler' einzustufen, entgegenwirken. Eine Akzeptanz und Darstellung dieser Variabilität ist somit neben wissenschaftlicher und sprachdidaktischer auch vor allem von sprachpolitischer Bedeutung.
In diesem Sinne: "Variatio delectat!"

FWF-Projekt

Projektleitung: Univ.-Prof. Dr. Arne Ziegler

Laufzeit: seit Oktober 2011

Projektmitarbeiter/Projektmitarbeiterinnen: Dr.phil. Elisabeth Scherr MA, Anna Thurner MA

Gender revisited. Verhandlungen von Geschlecht im Zeitalter des Posthumanismus

Internationale Konferenz an der Karl-Franzens-Universität Graz,
9.-12. Dezember 2020

Im Rahmen des diesjährig erstmals vergebenen Elisabeth-List-Stipendiums (Fellowship-Programm Geschlechterforschung Universität Graz) soll die Grazer Geschlechterforschung im Hinblick auf ihre lokale und internationale Vernetzung gefördert werden. Teil des Fellowship-Programms ist die Konzeption einer Konferenz durch die Stipendiatinnen, die von der Koordinationsstelle für Geschlechterstudien und Gleichstellung veranstaltet wird.

Inhalt:
An der Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert wurde die binäre Konzeption von Geschlecht von mehreren kultur- und gendertheoretischen Positionen verabschiedet: Der feministische Dekonstruktivismus und die aus ihm resultierenden Postcolonial Studies, die jegliche Subjektpositionen aufzulösen suchen, begreifen selbst das biologische Geschlecht als spracherzeugte Konstruktion, die in performativen Akten ständig neu hervorgebracht wird (Butler). Für den Neomaterialismus hingegen erweisen sich solche Diskurstheorien nunmehr als unzureichend, um das Zusammenspiel sinnhaft-symbolischer Prozesse und materieller Ordnungen zu erklären. Angesichts von global-wirtschaftlichen Prozessen, technologischer Innovation und digitaler Vernetzung im Informations- und Kommunikationszeitalter wird das Konzept eines posthumanen Subjekts (Braidotti) vorgeschlagen, das mit anderen Subjekten (menschlichen und nichtmenschlichen Akteuren/Akteurinnen) – Menschen, Tieren, Dingen – in enthierarchisierten Netzwerken intraagiert (Haraway, Latour, Barad). Im Rahmen der Konferenz soll die Frage gestellt werden, wie ‚Geschlecht‘ unter ‚posthumanistischen‘ Bedingungen (neu) verhandelt wird.

Vom Institut für Germanistik (Universität Graz und Wien) sind folgende Personen in das Forschungsprojekt involviert:

Grazer Kooperationspartnerin: Assoz. Prof. Mag. Dr. Hildegard Kernmayer

Grazer Junior Fellow: Marietta Schmutz, MA

Incoming Senor Fellow: Assoz. Prof.in Dr.in Anna Babka (Wien)

Incoming Junior Fellows: Mag.a Jasmin Doubek, Mag.a Julia Lingl (Wien)

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