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Grazer Vorlesungen zur Kunst des Schreibens

Die Vorlesungen

Prominente Vertreterinnen und Vertreter einer Kunst des Schreibens setzen sich im Rahmen der „Grazer Vorlesung“ seit dem Sommersemester 2016 mit Fragen auseinander, die ihnen aus dem Umfeld und der Praxis ihrer Tätigkeit erwachsen.  In ihren Arbeitsfeldern können die Vortragenden an Kreuzungs- und/oder Berührungspunkten von Geistes- und Kulturwissenschaften, Journalismus und Literatur angesiedelt sein. Das Fortleben einer historischen Kunst des Schreibens (etwa in Vorstellungen wie dem „guten und angemessenen Stil“) soll solcherart ebenso bedacht werden wie die Ausprägungen, die eine aktuelle Kunst des Schreibens im Umfeld der neuen Medien erfährt. 

Die Leitfrage der (Veranstaltungs-)Reihe lautet: Was eigentlich mache ich, wenn ich schreibe? In welchem Rahmen bewege ich mich und welche Möglichkeiten kommen einer Kunst des Schreibens heute zu?

Begleitend zu den öffentlichen Vorlesungen im Literaturhaus Graz findet eine Lehrveranstaltung am Institut für Germanistik statt, in der sich die Studierenden den Themen der Schreibenden literatur- und medienwissenschaftlich nähern und ein Verständnis von den Entstehungsbedingungen aktueller Textformen erwerben. Gemeinsam mit den eingeladenen Vertreterinnen und Vertretern wird in Begleitworkshops zu den öffentlichen Vorträgen diskutiert sowie aktuelles Wissen generiert. Die Studierenden können dadurch einmalige Einblicke in das Leben und die Schreibprozesse professioneller Schreiber und Schreiberinnen erlangen.

Im nachfolgenden Frühjahr werden die Beiträge der Eingeladenen von Ao. Univ.-Prof Günther Höfler, Univ.-Prof. Klaus Kastberger, Univ.-Prof. Anne-Kathrin Reulecke und Ao. Univ.-Prof. Robert Vellusig im Grazer Droschl Verlag herausgegeben.

 

Kathrin Röggla

Frühjahr 2021

Kathrin Röggla, (*1971, Salzburg), Studium der Germanistik und Publizistik, ist Autorin von Prosa (Niemand lacht rückwärts 1995, really ground zero 2001, wir schlafen nicht 2004, die alarmbereiten 2010, Besser wäre: keine 2013, Bauernkriegspanorama 2020...), Dramen (junk space 2004, die unvermeidlichen 2011, fake reports II 2018), Hörspielen, Poetikvorlesungen (u.a. Die falsche Frage 2015) und zahlreichen Essays;

Sie ist Vizepräsidentin der Akademie der Künste in Berlin, Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, Professorin für Literarisches Schreiben an der KHM Köln, Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Trägerin zahlreicher Preise (Arthur Schnitzler-Preis, Nestroy-Preis, Franz Hessel-Preis, Preis der SWR-Bestenliste, Wortmeldungen-Literaturpreis u.a.) und hatte Poetikdozenturen in Saarbrücken, Bamberg und Zürich inne.

Die Lehrveranstaltung

Grazer Vorlesungen zur Kunst des Schreibens V: Kathrin Röggla, VU, 2 SSt.

Die öffentlichen Vorlesungen

Teil 1: „Ausreden und (endlich) ausreden.“; Mo 17.05.2021 - 19 Uhr (Livestream)

Teil 2: „Ausreden oder abschreiben.“; Di 18.05.2021 - 19 Uhr (Livestream)

Veröffentlichung

(Graz: Droschl 2022)

Klaus Reichert

Frühjahr 2020

Klaus Reichert geboren 1938, ist Übersetzer, Autor und Herausgeber, emeritierter Professor für Anglistik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main und war als Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt tätig.

Reichert erhielt zahlreiche Auszeichnungen wie beispielsweise den Hessischen Kulturpreis (1996), die Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt (2010), den Wilhelm-Merton-Preis für Europäische Übersetzungen (2013), oder das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse (2012).

Er ist Herausgeber der Werkausgabe (Gesammelte Werke) von Virginia Woolf im S. Fischer Verlag. Zuletzt sind u.a. folgende Bücher von ihm erschienen: Paul Celan. Erinnerungen und Briefe (2020), Wolkendienst. Figuren des Flüchtigen (2016), Wüstentage (2007), Lesenlernen. Über moderne Literatur und das Menschenrecht auf Poesie (2006), William Shakespeare: Die Sonette. Prosa-Übersetzung von Klaus Reichert (2005).

Die Lehrveranstaltung

Grazer Vorlesungen zur Kunst des Schreibens IV: Klaus Reichert, VU, 2 SSt.

Die öffentlichen Vorlesungen

Teil 1: „Gelehrsamkeit und Poesie. Über das fragende Verstehen“; Mo 11.05.2020 - 19 Uhr

Teil 2: „Der Esel auf dem Eis, oder: Hase und Igel. Über die Aporien des Übersetzens“; Di 12.05.2020 - 19 Uhr

Die öffentlichen Vorträge mussten coronabedingt abgesagt werden.

Veröffentlichung

Klaus Reichert: Die Leichtigkeit des Schweren (Graz: Droschl 2021)

»Klaus Reichert zählt zu den großen Übersetzerkoryphäen im deutschsprachigen Raum. Ein Leben für die Literatur – das ist es, was ihn seit frühen Jahren auszeichnet. Er lässt uns in seinem vorliegenden Band teilhaben an seinen Erfahrungen als Übersetzer, Autor, Wissenschaftler und Lektor.

Dabei erzählt Klaus Reichert Anekdoten, die er mit den Größen des Betriebes erlebt hat, gibt Einblick in seine Poetik als Schreibender und in seine Maxime als Übersetzer: Das Wort und die Sprache sind höchste Güter, und »die wichtigste Antriebskraft war die Neugier.« Seine Ausführungen über die Bibel, Homer, Shakespeare und James Joyce sind dabei von bestechender Klugheit und sprachlicher Anmut.

Selten hat ein Autor und Übersetzer seine Leserschaft so uneitel und unterhaltsam an seinem Leben für die und mit der Literatur teilnehmen lassen.«

Konrad Paul Liessmann

Frühjahr 2019

Konrad Paul Liessmann, geb. 1953 in Villach, ist Professor für Methoden der Vermittlung von Philosophie und Ethik an der Universität Wien. Darüber hinaus leitet er seit 1997 das renommierte „Philosophicum Lech“ und publiziert regelmäßig in nationalen und internationalen Medien. Einer größeren Öffentlichkeit wurde er vor allem durch seine ORF-CD-Serien „Denken und Leben“ sowie „Erzählen und Denken“ (gem. mit Michael Köhlmeier) bekannt. Liessmann ist unter anderem Träger des „Österreichischen Staatspreises für Kulturpublizistik“, des „Ehrenpreises des Österreichischen Buchhandels für Toleranz im Denken und Handeln“, des „VIZE 97“ der Vacláv Havel-Stiftung Prag, des Wissenschaftspreises der Stadt Wien. Im Jahre 2006 wurde Liessmann zum „Österreichischen Wissenschafter des Jahres“ gewählt. Im Jahre 2016 wurde ihm der „Paul-Watzlawick-Ehrenring“ verliehen. Er ist Vizepräsident der Internationalen Gesellschaft für Bildung und Wissen, Präsident der Internationalen Günther Anders Gesellschaft und Leiter des Universitätslehrganges Philosophische Praxis an der Universität Wien.

Zuletzt sind von ihm folgende Bücher erschienen: Theorie der Unbildung. Die Irrtümer der Wissensgesellschaft (2006); Zukunft kommt (2007); Ästhetische Empfindungen (2008); Schönheit (2009); Das Universum der Dinge. Zur Ästhetik des Alltäglichen (2010); Lob der Grenze. Kritik der politischen Unterscheidungskraft (2012); Philosophie der modernen Kunst (2013); Geisterstunde. Die Praxis der Unbildung. Eine Streitschrift (2014); Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist, Adam? Mythologisch-philosophische Verführungen (2016, gem. mit Michael Köhlmeier); Bildung als Provokation (2016); Die kleine Unbildung. Liessmann für Analphabeten (gem. mit Nicolas Mahler, 2018)

Die Lehrveranstaltung

Grazer Vorlesungen zur Kunst des Schreibens III: Konrad Paul Liessmann, VU, 2 SSt.

Die öffentlichen Vorlesungen

1. Vorlesung: Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Schreiben (Mo 13.05.2019 - 19:00 Uhr)

2. Vorlesung: Kleine Stilkunde. Die Formen nichtfiktionalen Schreibens
(Di 14.05.2019 - 19:00 Uhr)

3. Vorlesung: Zwischen Skylla und Charybdis. Über sachgerechtes und adressatenorientiertes Schreiben (Mi 15.05.2019 - 19:00 Uhr)

Veröffentlichung

Konrad Paul Liessmann: Das alles sind bösartige Übertreibungen und Unterstellungen (Graz: Droschl 2020)

» Der Schrecken aller Schreibenden: die leere weiße Seite. Aber wie bringt man nur den ersten Satz zustande? Und woran erkennt man, dass es eben der erste Satz ist, der die Gedankenarbeit dergestalt antreibt, dass alle weiteren Sätze wie von selbst hervorsprudeln?

Der renommierte Philosoph Konrad Paul Liessmann schreibt über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Schreiben. Er vertritt die These, dass die Gedanken als Kern und Ziel nichtfiktionalen Schreibens erst während des Schreibprozesses entstehen. Das Schreiben selbst ist eine Form des Denkens.

Zudem gibt Liessmann einen Einblick in die Stilkunde nichtfiktionalen Schreibens. Er zeigt sich dabei als Verfechter der stilistischen Offenheit. Denn verbunden mit individuellen Ausdrucksmöglichkeiten trage diese zu einer besseren Debattenkultur bei.

Abschließend nimmt er das sachgerechte und adressatenorientierte Schreiben unter die Lupe. Für wen schreibt man eigentlich? Und für wen schreibt man wie? Will man bloß etwas mitteilen oder vielmehr etwas bewirken? Und wie findet man eine Sprache, die dem Gegenstand angemessen ist?«

Kathrin Passig - Radikale Kolumnen

Frühjahr 2018

Kathrin Passig, geboren 1970, lebt in Berlin, ist Redakteurin des Weblogs „Riesenmaschine“, Mitbegründerin der Zentralen Intelligenz Agentur, Kolumnistin, Journalistin, Bloggerin und Autorin. 2006 gewann sie in Klagenfurt (nach jahrelanger Analyse der Kriterien, die einen Siegertext ausmachen) den Ingeborg Bachmann Preis mit dem Text Sie befinden sich hier. Zuletzt: Neue Staaten erfinden (Rowohlt, 2018).

Die Lehrveranstaltung

Grazer Vorlesungen zur Kunst des Schreibens II: Kathrin Passig: Radikale Kolumnen, VU, 2 SSt.

Die öffentlichen Vorlesungen

Teil I: "Das Internet zeigte, da es keine Wahl hatte, sehr sehr viel Neues"; Mo 14.05.2018 - 19 Uhr

Teil II: "Noch einmal mit Maschine"; Di 15.05.2018 - 19 Uhr

Teil III: "Alle Änderungen annehmen"; Mi 06.05.2018 - 19 Uhr

Veröffentlichung

Kathrin Passig: Vielleicht ist das neu und erfreulich. Technik. Literatur. Kritik. (Graz: Droschl 2019)

»Das Internet hat es nicht leicht: Eine ganz neue Form von Literatur soll das Netz hervorbringen oder gar exorbitanten Einfluss auf die Schreibenden aller Art haben. So lauten nur zwei Erwartungshaltungen. Das www ist zwar groß und weit, aber ein bisschen viel ist das schon verlangt, nicht wahr? Insbesondere, wenn das alles am besten über Nacht geschehen soll.

Kathrin Passig rückt die Fakten zurecht und zeigt, was sich bislang bereits verändert hat. Sie fragt, ob das Internet und Literatur kompatibel sind; wie Mensch und Maschine zusammenarbeiten (können); warum gerade Lyrik auf Twitter floriert; welche sozialen Funktionen das Buch besitzt; wie sich der mediale Fortschritt auf das Schreiben und Lesen auswirkt. Und sie erklärt, warum es vollkommen verfehlt ist, alle paar Jahre das Scheitern der Netzliteratur auszurufen.«

 

Daniela Strigl: Biographie – Literaturkritik – Essay

Frühjahr 2017 

Den Beginn machte die bekannte österreichische Literaturkritikerin Daniela Strigl, die jüngst eine vielbeachtete Biographie zu Marie von Ebner-Eschenbach vorgelegt hat.

Daniela Strigl, geboren 1964, lehrt an der Universität Wien Neuere deutsche Literatur, publiziert zudem Essays und Kritiken in überregionalen Medien wie Der Standard, Die Presse, FAZ, Die Welt und Literatur und Kritik. Diverse Auszeichnungen u.a. Österreichischer Staatspreis für Literaturkritik 2001, Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik 2013 und Berliner Preis für Literaturkritik 2015. Zuletzt: Marie von Ebner-Eschenbach „Berühmtsein ist nichts“. Eine Biographie (Residenz 2016).

"In meinen Vorlesungen zur Kunst des Schreibens stelle ich mir und Ihnen die Frage, ob das überhaupt geht: aus der eigenen Praxis eine Poetik zu destillieren. Kunst ist ein großes Wort, und jeder, der schreibt, weiß, daß schreiben zunächst und buchstäblich eine Sache des Handwerks ist, und wenn man hauptberuflich schreibt, ist die Grenze zur Industrie fließend. Weil aber das griechische „poiein“ „machen“ heißt, ergibt sich doch ganz von selbst eine Verbindung zwischen dem Handwerk und der Kunst, der Poetik und der Poesie, ohne deren Salzkörnlein das viele Brot nicht genießbar wäre. H. C. Artmann hat seine höchst poetischen Handwerker-Vignetten „Fleiß und Industrie“ genannt, was ja dasselbe ist. So spreche ich über die Wühlarbeit, aber auch über die Kühnheit, derer es bedarf, um die Geschichte eines fremden Lebens zu erzählen: Nicht ohne Grund gilt die Biographie in der Literaturwissenschaft von heute als prekäres, wenn nicht gar anrüchiges Genre. Aber das Erzählen ist dem Menschen mit allen Ruten der Dekonstruktion nicht auszutreiben und hat seine Berechtigung, sofern es den Anspruch auf die Wahrheit nicht erhebt. Nicht minder kritisch ist der Zustand der Literaturkritik heute, doch die Krise dauert nun schon so lange, daß ich sie mittlerweile routiniert übersehe, um dieses Geschäft unverdrossen weiter zu betreiben. Der Essay dagegen ist die Gattung der Freiheit, die nicht zuletzt dem Ärger ein Ventil öffnet. Ein weites Feld, und auch da gilt: Alles muß man selber machen." (Daniela Strigl)

Die Lehrveranstaltung

Grazer Vorlesungen zur Kunst des Schreibens I (Daniela Strigl - Literaturkritik und die Kunst der Biographie), VU, 2 SSt.

Die öffentlichen Vorlesungen

Biographie: Mo 08.05.2017 - 19.00 Uhr

Literaturkritik: Di 09.05.2017 - 19.00 Uhr

Essay: Mi 10.05.2017 - 19.00 Uhr

Veröffentlichung

Daniela Strigl: Alles muss man selber machen. Biographie. Kritik. Essay. (Graz: Droschl 2018)

Dass Dichter und Romanciers über ihr Schreiben und ihre Poetik Vorlesungen halten, gehört mittlerweile zum guten Ton. Dass Schreibende, die über das Leben und Schreiben anderer schreiben, endlich zu Wort kommen, wurde längst Zeit, denn zu sagen haben sie viel. Die renommierte Literaturkritikerin, Biographin und Essayistin Daniela Strigl widmet sich in ihren Poetikvorlesungen genau diesen drei Themengebieten. Ebenso fundiert wie eloquent gibt sie Einblicke in die Kunst und Praxis ihres Schreibens.

Kontakt

Leitung Univ.-Prof. Dr.phil. Anne-Kathrin Reulecke Telefon:+43 (0)316 380 - 2449

Web:https://homepage.uni-graz.at/de/anne.reulecke/

Kontakt

Leitung Univ.-Prof. Mag. Dr. Klaus Kastberger Telefon:+43 (0)316 380 - 8361

Web:https://kfunigraz.academia.edu/KlausKastberger

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