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Literatur und Medien

Poetische Fiktion und technische Medien in der Neuzeit (FWF-Projekt)

 

  • FWF-Projekt

  • Projektleitung: Univ.-Prof. Dr. Hans H. Hiebel

  • Projektmitarbeiter: Heinz Hiebler, Karl Kogler und Herwig Walitsch
     

Précis
The research project "Literature and Media - Poetic fiction and technical media in modern age" concentrates on the influences media have on the structure, not the contents of literary texts. As a first step the history of the technical development of media has been looked into. This compilation (together with highlighting the technical logic of the functioning of the media) is the base of the systematic correlation of literature/poetic writing and technical media, bearing in mind that the structural and fo rmal shape of literature has always been marked by the technical logic of its mediation. The aims of the project are (besides the media history) the systematic search for principles in the relationship literature - media; the development of media-logical guidelines for the interpretation of poetic fiction, with which it is possible to bring forward and explain formal and structural changes in poetic texts; to outline the methodological frame for this pattern of interpretation; and to deliver some practical pieces of "media-logically guided interpretation" of literary texts.

 

Das Forschungsprojekt "Literatur und Medien" nimmt die Herausforderung durch die moderne technisch-mediale Kommunikationsumwelt an - dies allerdings nicht in Form von spekulativen Überlegungen über die Zukunft der Poesie im Medienzeitalter (wie sie gegenwärtig den mainstream in der Hochschulgermanistik bilden), sondern in Form der historischen Rekonstruktion der technisch-medialen Kultur. Dabei konzentriert sich das Projekt ausdrücklich auf die technische Geschichte der Medien, und zwar gestützt auf die Annahme, daß die technische Logik der Kommunikationssysteme sich immer schon auf die Form und Struktur literarischer/poetischer Texturen niedergeschlagen hat. Literatur/Poesie ist in ihren Formen und Strukturen, soweit diese ihr Historisches ausmachen, "sedimentierte technische Mediengeschichte". Für die Literaturwissenschaft bedeutet dies, daß sich ihr die Aufgabe stellt, ein entsprechendes Interpretationsparadigma zu entwickeln, um die Poesie in ihrer Bedingtheit d urch den technisch-medialen Entwicklungsstand zu begreifen. Anzusetzen ist beim medientechnischen Paradigmawechsel Buchdruck, dem die Kategorie autonomer ästhetischer Literatur allererst entwächst; fortzusetzen ist beim Aufkommen der Technologien der Aufnahme, Speicherung und Reproduktion analoger optischer und akustischer Informationen, die das Poetische von seinen grundlegenden Funktionen der mimetischen Illusionierung suspendieren und damit als wesentliches Movens des poetischen Strukturwandels in der Moderne betrachtet werden müssen. Bedenkt man den Reichtum romantischer Poesie an optischen und akustischen Fiktionen, Halluzinationen, Simulationen etc., so erscheint es nicht erstaunlich, daß die Medientechnologie Film (und zwar schon in frühen Tagen) diese optischen und akustischen poetischen Wirklichkeiten umsetzt in analoge Leinwandrealität.

 

Die Poesie ihrerseits reagiert auf diesen Bruch ihres Monopols in vielfältiger Weise. Sie kann einerseits "filmisch" werden wie in F. Kafkas "Der Verschollene", ihre mimetischen Erzähltechniken können sich an jene des neuen Mediums anpassen. Sie kann sich andererseits auf ihre eigene Medialität besinnen; die Wortspiele bzw. die Buchstabenpoesie eines J. Joyce, A. Schmidt etc. veranschaulichen das. In jedem Fall aber wird das historische Auftreten eines "neuen" Mediums einen strukturellen und formalen Wandel in der Poesie evozieren. Diese technisch-medial konditionierten literarischen Wandelerscheinungen stellen sich als weitestgehend un erforscht dar. Dies gilt für die Veränderung der Poesie auf Grund des Übergangs von mündlich tradierter Dichtung zu schriftlich und schließlich drucktechnisch überlieferter Literatur ebenso wie für die zunehmende Differenzierung literarischer Gestaltungsformen angesichts konkurrierender analoger und digitaler Medientechnologien.

 

Zur Durchleuchtung der Interdependenz zwischen Mediengeschichte und Literaturgeschichte will das Projekt in folgender Weise beitragen: Erstens soll die Geschichte der technischen Medien erforscht werden, wobei der Akzent auf ihrer technischen Logik, dem Prinzipiellen ihres technischen Funktionierens und ihres Leistungsbereichs liegt, ohne daß die sozialen und ökonomischen Aspekte der neuen Technologien ganz außer acht gelassen werden. Diese Kompilation, die gegenwärtig in systematischer Konzeption noch nicht vorliegt, soll die Grundlage abgeben zu zweitens einer systematischen Korrelation zwischen der Literatur/Poesie und den technischen Medien. Ziele des Projekts sind hierbei die Erörterung methodisch-theoretischer Probleme, die Konzeption von Hypothesen hinsichtlich der zu entwickelnden medienlogischen Leitlinien des Textverständnisses sowie exemplarische Einzelanalysen, anhand derer das Konzept erprobt werden kann.

 

Anhang: Publikationen und Öffentlichkeitsarbeit des FWF-Projekts „Literatur und Medien" (Graz) 1997ff.

 

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Projektleitung

Em.Univ.-Prof. Dr.phil.

Hans Helmut Hiebel

Institut für Germanistik

Institut für Germanistik



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