Der Teilnachlass "Anton E. Schönbach"

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am Institut für Germanistik an der Karl-Franzens-Universität Graz

  • Forschungsprojekt Nr. 7366 des Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank
  • Projektleitung: Em.Univ.-Prof. Dr. Anton Schwob

  • Projektmitarbeiterin: Dr. Margarete Payer

  • Graz, im Jänner 2000

 

Anton E. Schönbach (1848-1911) war 38 Jahre am ehemaligen Seminar für deutsche Philologie zunächst als Extraordinarius und dann als Ordinarius tätig und hinterließ einen Teilnachlass, der in das Eigentum des Seminars überging und noch heute im Grazer Institut für Germanistik verwahrt wird.

 

Voraussetzung des Projektes war, diesen Nachlass nach den Regeln zur Erschließung von Nachlässen und Autographen der Deutschen Forschungsgemeinschaft zugänglich zu machen.

 

Ziel war die wissenschaftliche Aufarbeitung dieses Teilnachlasses.

 

Schönbachs Nachlass besteht im Wesentlichen zum einen aus Arbeiten über die ältere Literatur und Sprache. Dazu gehören vor allem Transkriptionen von kürzeren und längeren Textpassagen aus 113 mittelalterlichen Handschriften, Handschriftenverzeichnisse der von Schönbach am häufigsten besuchten Bibliotheken und Glossare sowie Zettelapparate zu mittelalterlichen Texten. Zum anderen sind uns Lebensdokumente, drei Arbeitstagebücher, 44 Deutsche Universitätskalender, worin sich Schönbachs Notizen befinden, und drei Briefbücher erhalten geblieben.

 

Die Transkriptionen stammen aus der Zeit vom Mai 1873 bis zum Juni 1905 und sind vorwiegend geistliche Texte, Predigten und Legenden, Forschungsschwerpunkt von Schönbach. Charakteristikum von Schönbachs Arbeit war das Zusammenstellen von Texten mit gleichem oder ähnlichem Inhalt. Er scheint sich bestimmte Themen, wie z.B. die Legende von Amicus und Amelius, gewählt zu haben und versuchte die gesamte Überlieferung dafür zu erfassen und die Abhängigkeiten der Handschriften untereinander aufzudecken. Mit Glossaren zu bestimmten Texten, z.B. zu den Benediktinerregeln, konnte er die Datierung und Ansiedlung des jeweiligen Textes in dessen Sprachraum festlegen.

 

Mit den Arbeitstage-, Briefbüchern und Kalendern, worin sich ebenso Eintragungen Schönbachs finden, wird die Zeitspanne vom 1. Oktober 1877 bis zum 22. Juni 1911 gut dokumentiert, da Schönbach alle seine Tätigkeiten akribisch festhielt.

 

172 Akten, die vom Dezember 1886 bis zum August 1911 an die Vorstände des Seminars für deutsche Philologie, Schönbach und Bernhard Seuffert, geschickt wurden, stellen die personellen, räumlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse dieses Seminars anschaulich dar.

 

Beim Sichten und Archivieren des Nachlasses zeigte sich auch, dass das Konvolut um mehrere Sammlungen erheblich angereichert wurde. 443 Seminararbeiten aus der Zeit vom Wintersemester 1878/79 bis zum Sommersemester 1914, also drei Jahre über Schönbachs Tod hinaus, vermitteln die damaligen Lehrinhalte. Ein Zettelkatalog mit den Themen der Seminararbeiten reicht sogar bis in die 40-er Jahre des 20.Jh.s.

 

Zusammenfassend sind folgende Ergebnisse festzuhalten:

 

Das Leben und Wirken von Schönbach können für seine Zeit in Graz relativ klar nachgezeichnet werden.

 

Die vorhandenen Berichte und Akten über das deutsche Seminar spiegeln die Entwicklung des Grazer Instituts für Germanistik unter der Leitung von Schönbach und Seuffert wider.

 

Die angereicherten Sammlungen dokumentieren einen Teil der Wissenschaftsgeschichte der deutschen Philologie, die Schönbach prägte.

 

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